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Fachlexikon

Berufsvorbereitung

Inhalte von Berufsvorbereitung können sein:

  • Feststellung der beruflichen Eignung (Arbeitserprobung)
  • Vermittlung oder Auffrischung beruflicher Grund- und Basisqualifikationen
  • allgemein bildender Unterricht, um schulische Bildungslücken zu schließen oder Kenntnisse zu erweitern

Durch betriebliche Qualifizierungen wird der Kontakt zu Ausbildungsbetrieben hergestellt, um den Übergang in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Förderung: Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sind nach § 49 Absatz 3 Nummer 2 SGB IX und für den Personenkreis in Rehabilitationsträgerschaft der Bundesagentur für Arbeit (Agentur für Arbeit) in §§ 112 und folgende in Verbindung mit § 51 SGB III vorgesehen und erfolgen, wenn die Maßnahme auf eine Ausbildung (Berufsausbildung) oder Arbeit vorbereitet und nicht den Schulgesetzen der Länder unterliegt.

Es steht ein differenziertes Angebot zur Verfügung, um dem individuellen Förderbedarf gerecht zu werden:

  • berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
  • behinderungsbedingt erforderliche Grundausbildungen
  • Rehabilitationsvorbereitungslehrgänge

Schulische Berufsvorbereitung: Sie ist durch die Länder geregelt und findet meist an den Berufsschulen statt. Es gibt unterschiedliche Formen und Schwerpunkte und dadurch auch unterschiedliche Bezeichnungen der schulischen Berufsvorbereitung. Die bekanntesten Formen sind das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ).

Bei erfolgreichem Abschluss der schulischen Berufsvorbereitung kann je nach Schulgesetz der Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss erworben werden. Mit einem absolvierten Berufsvorbereitungsjahr oder Berufsgrundbildungsjahr kann zugleich die Erfüllung der Berufsschulpflicht nachgewiesen werden.

Berufsvorbereitungsjahr (BVJ): Zielgruppen sind vor allem Schüler ohne Hauptschulabschluss oder Abgänger der Förderschulen beziehungsweise Schulen für Lernbehinderte. Das Berufsvorbereitungsjahr dauert ein Jahr. Es vermittelt fachpraktische und fachtheoretische Grundqualifikationen, gewährt oft Einblicke in verschiedene Berufsfelder (zum Beispiel Metall, Holz, Gestaltung) und hilft, schulische Lücken zu schließen. Die Teilnehmer haben Gelegenheit, sich über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren, sich zu testen, ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken und zu vertiefen. Durch abgestufte Anforderungen und eine differenzierte Förderung sollen individuelle berufliche Perspektiven eröffnet und der Einstieg in eine Berufsausbildung oder in eine Beschäftigung erleichtert werden.

Berufsgrundbildungsjahr (BGJ): Ziel ist es, den Teilnehmern Grundqualifikationen zu vermitteln. Es kann einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld geben oder auch auf einen einzelnen Beruf ausgerichtet sein. Das Berufsgrundbildungsjahr dauert ein Jahr. Angebotene Berufsfelder sind beispielsweise Wirtschaft und Verwaltung, Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Holztechnik, Textil und Bekleidung. Das Berufsgrundbildungsjahr kann - je nach Bundesland - kooperativ (das heißt, teilzeitschulisch bei einer betrieblichen Ausbildung) oder in rein schulischer Form (dann wird es oft auch Berufsgrundschuljahr genannt) absolviert werden. Der erfolgreiche Besuch des Berufsgrundbildungsjahrs kann - abhängig von den länderspezifischen Regelungen - auf eine sich anschließende Berufsausbildung angerechnet werden, wenn das absolvierte Berufsfeld und der Ausbildungsberuf einander entsprechen.

Des Weiteren lässt sich der Besuch einer Berufsfachschule (mindestens 1-jährig) zur Berufsvorbereitung nutzen. Für junge Menschen mit Behinderungen werden zum Teil Sonderformen angeboten (zum Beispiel Sonderberufsschule in Vollzeitform, Werkklassen). An Schulen für geistig behinderte Menschen sind gegebenenfalls berufsvorbereitende Maßnahmen im Rahmen der Abschlussstufenklasse (Werkstufe) vorgesehen.

Version vom: 11.12.2018
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