Opfer von Krieg und Gewalt

Fachlexikon

Übergänge in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Ein inklusiver Arbeitsmarkt braucht nicht nur Sicherheit vor Ausgrenzung, sondern auch Offenheit für den Zugang: Dies betrifft den Übergang von der Schule (Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf) und von der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Übergang Schule-Beruf: Gerade auch junge Menschen mit wesentlichen Behinderungen und besonderem Betreuungsbedarf brauchen Chancen für ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen aus einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis als Alternative zu einem Platz in der Werkstatt für behinderte Menschen. Ziel ist die umfassende Berufsorientierung und kontinuierliche Begleitung der Schüler bereits in den 3 letzten Schuljahren, um den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen (Berufliches Orientierungsverfahren).

Dafür werden von der Bundesagentur für Arbeit adressatengerechte Angebote zur Berufswahlvorbereitung unterbreitet, die neben den Interessen und Fähigkeiten der Jugendlichen auch den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt berücksichtigen. Die Erfahrungen zeigen, dass durch individuelle Beratungsangebote und eine Einbindung der Integrationsämter sowie weiterer Partner die Qualität der beruflichen Orientierung nachhaltig gesteigert werden kann und damit der Übergang in Ausbildung und Arbeit besser gelingt. Die Integrationsämter unterstützen den Berufswahlprozess junger Menschen mit Behinderungen durch vertiefende Angebote.

Eine zentrale Funktion beim Übergang Schule-Beruf kommt den Integrationsfachdiensten zu, die von den Integrationsämtern beauftragt und finanziert werden. Die Integrationsfachdienste sind flächendeckend vor Ort präsent. Ihr Mitarbeiter begleiten die jungen Menschen mit Behinderungen schon in den letzten Schuljahren, schätzen ihre Kompetenzen ein, suchen passende Plätze für ein Praktikum und begleiten dies, unterstützen sie in der Übergangsphase auf den Arbeitsmarkt und betreuen sie sehr oft auch im Betrieb. Daneben beraten die Integrationsfachdienste Arbeitgeber und das betriebliche Umfeld, klären vorab die finanziellen Fördermöglichkeiten und helfen bei der Antragstellung.

Übergang WfbM-allgemeiner Arbeitsmarkt: Die Förderangebote umfassen neben den finanziellen Leistungen insbesondere die individuelle, behinderungsspezifische Akquise von geeigneten Arbeitsplätzen im Betrieb sowie die Begleitung des gesamten Übergangs von der Vorbereitung in der Werkstatt für behinderte Menschen bis zur Einarbeitung und Begleitung am Arbeitsplatz durch den Integrationsfachdienst. Seit 2018 können sich die Integrationsämter an dem neu ins SGB IX aufgenommenen Budget für Arbeit, das primär in der Zuständigkeit der Eingliederungshilfe liegt, mit Leistungen aus der Ausgleichsabgabe sowie mit Unterstützung durch den Integrationsfachdienst beteiligen.

Version vom: 11.12.2018
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